Intern. Jugendaustausch zur Tischtennis- Europameisterschaft 2009

Dänische Tischtennis-Jugend zu Gast beim KSG

 

„Wir haben es toll erwischt” 
Jugendaustausch zur Tischtennis-EM

Am Ende liegen sich alle in den Armen, klatschen sich ab, lachen gemeinsam auf dem Schlußfoto und freuen sich über ein Erlebnis, dass sie in ihrem Alltag so noch nie hatten. Der Internationale Austausch zwischen der Tischtennis-Jugend der KSG Gerlingen und der Jugendabteilung des dänischen Team Norrea Bordtennis war für alle Beteiligten ein großer Erfolg.

Louise ist glücklich. Die hellblauen Augen der 15jährigen Dänin leuchten. Sie hat am Ende einer erlebnisreichen Woche bei der Tischtennis-Europameisterschaft 2009 in Stuttgart alles erreicht, wovon ein Mädchen in ihrem Alter träumt : ein gemeinsames Bild mit ihrem dänischen Idol Michael Maze, ein Autogramm mit Widmung vom deutschen Sympathieträger Dimitri Ovtcharov, sogar einen Blumenstrauss nach der Siegerehrung des Herren-Mannschaftsfinales hat sie aufgefangen. Und so ganz nebenbei haben Louise und ihre Freunde die Scheu überwunden, in einem fremden Land in einer fremden Sprache mit fremden Menschen Kontakte zu knüpfen. „I was flying in the sky“, sagt Louise.

Wie alles begann

 

Es war im Februar diesen Jahres, als der Gerlinger Tischtennis-Funktionär Rolf Schmidt auf der Homepage des Tischtennisverbandes Württemberg-Hohenzollern (TTVWH) den Aufruf bemerkte. Der Deutsche Tischtennisbund (DTTB) suche Vereine, die im Rahmen eines Jugendaustausches einen Gastverein aus dem Ausland betreuen und die Jugendlichen aus beiden Vereinen zu einer Begegnung zusammenführen würde, hieß es dort. Nach kurzer Abstimmung entschied sich die KSG zur Bewerbung und war damit einer von drei deutschen Vereinen, der sich für diesen Austausch engagierte. Der DTTB vermittelte den Gerlingern eine Gastgruppe aus Dänemark, die am Samstag, den 12. September, spät abends zum Straßenfest in Gerlingen eintrafen. Am KSG-Stand begrüßten Rolf Schmidt und Tischtennis-Pressewart Carsten Pipper die Gäste mit ihrem Gruppenleiter Tommy Jörgensen. Die offiziellen Shirts zur Jugendbegegnung, die Eintrittskarten zur EM und Schnitzel mit Pommes lockerten schnell die verständliche Unsicherheit der 8 Jugendlichen. Danach begleitete Schmidt die Gruppe zu den Apartments, die die Stadt Gerlingen dem Jugendaustausch kostenlos zur Verfügung stellte. „Wir haben es hier toll erwischt,“ wird später Tommy Jörgensen zu diesen Rahmenbedingungen sagen.

Schüchterner Start

 

Am Sonntag startete die Begegnung mit einem Mittagessen aller Nationen und einer „Schnitzeljagd“ durch den Neckarpark. Zwischen Porsche-Arena und Mercedes-Benz-Museum sammelten die Kinder Antworten zu einem Fragebogen. „So erkundet jede Gruppe ihr Umfeld und der erste Kontakt zu den anderen Jugendlichen wird gefördert,“ erklärte Melanie Buder, die als hauptverantwortliche Jugendreferentin des DTTB an der Spitze des Organisationsteams dieser Begegnung stand.
Doch genau dieses Aufeinanderzugehen war für die Jugendlichen schwierig. „Für viele ist es das erste Mal in ihrem Leben, dass sie im Ausland sind,“ erklärte Jörgensen den etwas schüchternen Start der Begegnung. Seine Jungs im Alter zwischen 13 und 15 Jahren haben zwar Englisch in der Schule, sie haben aber auch Hemmungen es anzuwenden – und den deutschen Kindern erging es ebenso.
Louise als das einzige Mädchen in der Gruppe legt diese Unsicherheit schneller ab als ihre Freunde. Die Blondine mit dem sympathischen Lächeln möchte Priesterin werden und dazu nach dem Gymnasium studieren. Sie nimmt den Fragebogen und den Stift in die Hand und zieht mit der Gruppe los.

Get together

 

Am Abend organisierte der DTTB dann die große Get-together-Party, auf der erneut Spiele zum Kennenlernen das Programm bildeten. Zwar fielen Teile davon der fortgeschrittenen Stunde zum Opfer – die deutschen Kinder mussten ab Montag wieder zur Schule -, doch war auch diese Party eine weitere Aktion, die beim Abbau der Hemmschwellen half. Besonders die Gestaltung von Ansteckbuttons als originelles Namensschild fand großen Anklang und das gemeinsame Foto mit den EM-Maskottchen Ping und Pong war der Höhepunkt des Abends.
Weiter ging es dann am Montag, der im Rahmenprogramm der EM als „Tag der Begegnung“ mit einem Turnier aller beteiligten Mannschaften endete. Der Gerlinger Henry Wu spielte sich mit seinem dänischen Partner nach vorne und gewann ein Trikot der deutschen Nationalmannschaft. „Der gemeinsame Sport ist eine tolle Basis, dass alle Kinder aufeinander zugehen,“ bewertete KSG-Sprecher Carsten Pipper diesen Programmpunkt. Alle ohne Scheu und über die Sprachgrenzen hinweg – Tischtennis ist auch ein Bindeglied.

Deutschland und Dänemark im Höhenflug

 

Die KSG hatte vor der Woche in einem Programm einige Vorschläge für Freizeitaktionen zusammengestellt. Doch der EM-Teamwettbewerb fand bei allen Jugendlichen das größere Interesse. Bis zum Finale feuerte die deutsch-dänische Gruppe beide Mannschaften gemeinsam an. Danach gingen verständlicherweise die Wege kurz auseinander, denn beim Finale Deutschland gegen Dänemark waren die Sympathien eindeutig verteilt. Deutschland gewann das Spiel, doch auch die Dänen waren glücklich. „Für uns ist das Erreichen des Finales bereits ein Märchen,“ sagt Tommy Jörgensen, der beim dänischen Verband arbeitet und anschließend über seine guten Kontakte ein gemeinsames Bild mit den Idolen organisierte. Teil 1 der Glücksmomente von Louise.

Freundschaftsspiel in Gerlingen

 

Am Donnerstag abend empfing die KSG ihre Gäste zum gemeinsamen Freundschaftsspiel mit anschließendem Abendessen in der KSG-Stammkneipe. Die Betreuer waren sich einig : „Man hat sehr schön gesehen, dass zum Schluß die Hemmschwellen komplett abgebaut waren. Die Kinder gingen aufeinander zu und vereinbarten gemeinsame Spiele, einige sogar mit unseren Herren-Spielern. Wir haben unser Ziel erreicht“, sagte Rolf Schmidt bei der Übergabe des Freundschaftspokales. Und Tommy Jörgensen nutzte diese Geste zu einem Angebot : „Ihr seid herzlich willkommen im nächsten Jahr in Dänemark“, lud er die Gerlinger ein. Jörgensen organisiert in seiner Aufgabe biim Verband jährlich ein internationales Jugend-Camp.
Die dänische Gruppe wurde am Freitag, dem letzten Tag ihres Aufenthaltes, auf dem Bürgermeisteramt von der Ersten Beigeordneten Martina Koch-Haßdenteufel empfangen. Als symbolischen Dank für die Unterstützung der Stadt bei diesem Austausch und für den Tischtennis-Sport in der KSG insgesamt überreichte Obmann Rolf Schmidt den offiziellen EM-Werbeball und zugehörige Mini-Schläger. Auch Tommy Jörgensen bedankte sich für die Unterstützung seiner Gruppe und zeigte sich beeindruckt von den Bedingungen, die die Stadt für den Sport bietet.
Die Dänen nutzten den letzten Tag noch ein weiteres Mal zum Besuch der EM. Die Einzel der Herren standen auf dem Programm und noch ein letztes Mal bewunderten die Kinder ihre Vorbilder. Dimitri Ovtcharov schied aus, doch für die junge Dänin fand er Zeit für ein Autogramm mit Widmung. Teil 2 der Glücksmomente von Louise.

Fazit einer Woche

 

Am „Wir haben in Gerlingen Freunde gefunden und sind toll betreut worden. Wir sind sehr dankbar für diese Zeit“, sagte Tommy Jörgensen.
Alles hat geklappt. Am Ende bringt jeder – ob groß oder klein – ein Lächeln nach Hause. Zufriedenheit und Stolz, Glück und Freude sind die Botschaft dieser Woche. Europa wächst weiter zusammen.
Und Louise ? Sie umarmte jeden und zeigte voller Freude ihre Bilder der Woche.
„I was flying in the sky.“

Die KSG wünscht Dir und Deinen Freunden alles Gute.